Vegetarisches Bibimbap: Kraftfutter auf koreanisch

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Die vegetarische Variante von Bibimbap, dem koreanischen Nationalgericht, ist in diesem Sommer ganz weit oben auf der Liste der Gerichte, die am häufigsten auf meinem Teller laden. Eigentlich koche ich ja selten das gleiche, weil ich Abwechslung einfach liebe und die Zutatenvielfalt und meine Kreativität zu groß sind, um immer wieder das gleiche zu kochen. Aber dieses Gericht ist einfach so genial, unkompliziert und von sich aus variantenreich, dass ich es in den letzten Monaten fast wöchentlich gegessen habe.

Bibimbap heißt übersetzt so viel wie „gemischter Reis“, was es ziemlich gut auf den Punkt bringt, denn die erste Zutat ist wie bei den meisten asiatischen Gerichten Reis. Gemischt wird dieser traditionell mit verschiedenem Gemüse, Fleisch oder Tofu, Ei und einer scharfen Soße. Dabei werden alle Zutaten möglichst heiß und schön sauber getrennt zuerst in einer Schüssel angerichtet und dann vor dem Essen wild vermischt, sodass es nicht mehr besonders schön aussieht aber umso besser schmeckt (wie so oft). 😉

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Warum ich dieses Essen so genial finde? Es ist das pure Kraftfutter und schmeckt einfach richtig gut! Kraftfutter ist für mich ein vollwertiges, ausgewogenes Essen, das lange satt macht und Energie spendet, ohne dass man sich danach müde oder träge fühlt.
Es ist das Vorzeigebeispiel für meine liebste (und einzige!) Ernährungsregel: eat the rainbow – also möglichst bunt und abwechslungsreich zu essen.

Ich war noch nie in Korea und koreanische Restaurants sind hierzulande (selbst in Berlin!) nicht an jeder Ecke zu finden, aber eine ehemalige Mitbewohnerin, die Bibimbap fast täglich kochte, hat mich auf dieses Gericht gebracht und letztendlich dazu inspiriert meine eigene Variante davon zu kreieren. Natürlich ist diese eine Abwandlung und einige Schritte von der traditionellen Zubereitungsart entfernt. Dieses Rezept ist also vielleicht nichts für die, die dem originalen Bibimbap wie man es in Korea bekommt möglichst nahekommen wollen, aber es ist das perfekte Essen für alle, die ihre körperlichen und geistigen Kraftspeicher auffüllen möchten und sich ein gesundes, leckeres Essen wünschen, dass sich je nach Geschmack, Vorräten und Saison ganz leicht variieren lässt.

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Ich verwende für mein Bibimbap immer Vollkornreis. Zuletzt hatte ich einen Rundkornreis, der mir richtig gut schmeckt, aber auch Langkorn, Natur-Basmati oder Parboiled (wenns mal schneller gehen muss) passen finde ich gleichermaßen gut dazu. Vollkornreis hat zwar eine längere Kochzeit, aber die lohnt sich, denn er schmeckt einfach richtig lecker (im Gegensatz zu normalem Reis, der kaum Geschmack hat) und steckt dazu noch voller wertvoller Ballaststoffe, Vitamine und Mineralstoffe, die für eine längere Sättigung sorgen.

Das Gemüse wähle ich nach Lust, Laune und Saison. Jetzt im Sommer habe ich am liebsten verschiedene Gemüsesorten kombiniert, die man gut roh essen kann, denn dann schmeckt es so richtig schön frisch. Möhre, Gurke, Kohlrabi und Rotkohl machen sich fein geraspelt sehr gut. Ansonsten könnt ihr jedes beliebige Gemüse knapp gegart (gedünstet oder kurz und heiß in Kokosöl angebraten) verwenden, das euch schmeckt oder das ihr gerade zu Hause habt. Ich nehme fast immer drei bis vier Gemüsesorten in verschiedenen Farben für eine besonders große Nährstoffvielfalt und natürlich für den Regenbogeneffekt. 😉

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Bei der Soße weiche ich am stärksten vom Original ab, denn erstens traue ich den Fertigsoßen aus dem Asialaden nicht über den Weg (1. Zutat: Zucker, danach eine lange Liste mit E-Stoffen – ihr wisst was ich meine..) und zweitens ist die Soße für mich neben dem Gemüse der Bestandteil mit dem ich das Bibimbap nach meinem Geschmack variieren kann.
Aus diesem Grund stelle ich euch hier die traditionelle und zwei weitere Soßen vor, mit denen ihr euer Bibimbap verfeinern könnt.

Kohlenhydrate und Vitamine haben wir jetzt schonmal. Das Protein kommt je nachdem wie ihr euch ernährt durch ein Spiegelei und/oder Tofu. Wenn ich etwas mehr Zeit habe mariniere ich den Tofu einige Stunden vorher in der Soße, die später auch an das Bibimbap kommt und brate ihn dann scharf in Koksöl an, sodass er schön knusprig wird. Ein paar gute Tipps wie ihr Tofu richtig gut hinbekommt findet ihr hier.

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Bibimbap ist kinderleicht und blitzschnell zubereitet wenn man von der etwas längeren Kochzeit bei Vollkornreis einmal absieht. Da sich dieser aber von alleine kocht, kann man in der Zwischenzeit wunderbar die anderen Bestandteile vorbereiten und ist am Ende mit allem gleichzeitig fertig.

Jetzt aber zum Rezept! Dieses ist eine mögliche Variante, Bibimbap zuzubereiten. Wie ihr oben gelesen habt, könnt ihr das Gemüse, den Reis, die Soße und auch eure Proteinquelle beliebig variieren. Probiert also aus, was euch am besten schmeckt und schreibt mir eure Lieblingsvariante gerne in den Kommentaren! 🙂

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Vegetarisches Bibimbap
 (für 1 Portion)

100 g Vollkornreis
1 kleine Möhre
1/4 Gurke
50g Chinakohl oder Weißkohl
2 Champignons
1 Ei
1 TL Kokosöl
optional: Tofu

// Den Reis mit der doppelten Menge Wasser und etwas Salz aufkochen und bei geschlossenem Deckel köchelnd garen.
// In der Zwischenzeit das Gemüse waschen und alles bis auf die Champignons raspeln. Diese in Scheiben schneiden und in etwas Kokosöl kurz anbraten.
// Die Zutaten für die Soße verrühren oder mixen (siehe unten).
// Die Champignons in eure Schüssel geben und in dem restlichen Öl das Spiegelei zubereiten und ggf. den Tofu anbraten.
// Das geraspelte Gemüse und den fertigen Reis neben den Champignons in der Schüssel anrichten.
// Zum Schluss das Spiegelei und die Soße obendrauf geben.
// Vor dem Essen alles kräftig durchmischen. Oder auch erst alles einzeln probieren und dann mischen. 😉

Traditionelle Soße:
1 TL 
Chilipaste
3 EL Apfelsaft
1 EL Sesamöl
1 EL Sesamsaat

Erdnusssoße:
1 EL Erdnussmus fein oder crunchy)
3 EL Apfel-Mango-Saft
Salz, Chili

Für die Soße alle Zutaten miteinander verrühren und als letztes über das Bibimbap in die Schüssel geben.

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Zitronen-Sesam-Soße:
1 EL Zitronensaft
2 EL Apfelsaft
1 TL Sojasoße
1 TL Tahin
1 kleines Stuck Zucchini
1 TL Szechuanpfeffer

Diese Soße müsst ihr mit dem Pürierstab oder einem Mixer zubereiten. Durch die Zucchini wird sie schön cremig.

Lasst es euch schmecken! 🙂

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