Glutenfreie Kichererbsen-Mais-Brötchen mit Möhre


Wenn es um’s Essen geht ist eines der Dinge, die ich am meisten vermisse wenn ich länger mal unterwegs bin, gutes Brot. Und das was unsere Brotkultur in Deutschland von den meisten anderen Brotkulturen auf dieser Welt unterscheidet: Vielfalt.
Um diese Vielfalt zu nutzen habe ich vor einiger Zeit das Rezept für diese Kichererbsen-Brötchen kreiert und es jetzt mit meinen kulinarischen Reiseerfahrungen noch einmal verbessert.

Wie ihr wisst, bin ich in der Küche sehr experimentierfreudig und ein großer Fan von Abwechslung auf dem Teller. Brot ist da keine Ausnahme.
Es gibt so viele wunderbare Getreidesorten, Körner, Brotformen und Brotsorten, dass ich gar nicht nachvollziehen kann wie so viele Menschen Tag für Tag das selbe langweilige weiße Pappdeckel-Brot essen, das mehr aus Luft als aus sonst etwas besteht. 😉


Diese Brötchen sind so ziemlich das genaue Gegenteil davon, weshalb ihr keine „Brötchen“ im klassischen Sinn erwarten solltet.
Ich habe zwei Varianten für die Brötchen: eine Schnell-Variante ohne Hefe und eine saftige Variante mit Hefe. Die ohne Hefe gehen nicht auf und sind durch das Kichererbsenmehl auch trockener als gewöhnliche Brötchen, weshalb sich geraspelte Möhre sehr gut im Teig macht.
Das fehlende Gluten in den beiden Mehlsorten macht die Brötchen außerdem etwas bröseliger, was man beim Schneiden merkt. Bei der Variante mit Hefe bröselt es deutlich weniger und vor allem frisch gebacken sind die Brötchen noch wunderbar weich und saftig.
Das hört sich jetzt vielleicht nicht alles so verlockend an, aber:

Die Brötchen sind nicht als geschmacksneutrale Unterlage von irgendeinem Belag gedacht, sondern durch ihren kräftigen Geschmack ideal als Beilage zu Salaten und Suppen oder zum Mitnehmen als gesunder, sättigender Snack für unterwegs.
Ich habe sie auch schon in länglicher Form als Brotstangen mit etwas geriebenem Parmesan darüber gebacken. Dann braucht man wirklich nichts mehr dazu, außer vielleicht ein paar Tomaten- und Gurkenscheiben.


Kichererbsenmehl ist sehr vielseitig und eine tolle Abwechslung im Speiseplan zu den üblichen Mehlsorten. Da es aus den getrockneten Kichererbsen gemacht wird, ist es genau wie sie sehr gesund, eiweißreich und steckt voller Ballaststoffe, die uns lange Sättigung verschaffen. Das Mehl ist auch reich an Kalzium und Magnesium, die unsere Muskelfunktion regulieren.
Diese Brötchen sind nur eine von vielen Möglichkeiten, das Mehl zu verwenden. In Indien ist es eine beliebte Zutat zum Andicken von Soßen, in Italien wird Focaccia daraus gebacken. Der Geruch ist beim Verarbeiten etwas gewöhnungsbedürftig, aber hinterher schmeckt es wunderbar würzig.

Maismehl habe ich in Nicaragua lieben gelernt, wo es jeden Tag zum Backen der leckeren Maistortillas verwendet wird. Allerdings musste ich mich an die Verarbeitung erst gewöhnen, denn es ist im Gegensatz zu den bei uns gängigen Getreidemehlen glutenfrei und daher sehr bröselig wenn man es zu einem Teig verarbeitet. In dieser Kombination mit Kichererbsenmehl funktioniert es aber wunderbar und ich finde, dass es auch geschmacklich richtig gut harmoniert.
Maismehl ist ebenfalls sehr reich an Ballaststoffen und enthält zahlreiche Vitamine, Mineralstoffe und Aminosäuren.

Als Alternative zu Maismehl könnt ihr auch Buchweizenmehl verwenden. Dann klebt der Teig etwas besser, die Brötchen werden weniger bröselig und eignen sich auch besser zum Belegen, beispielsweise mit Avocado.


Kichererbsen-Mais-Brötchen mit Möhre (für 6 Brötchen)

140g Kichererbsenmehl
60g Maismehl (alternativ Buchweizenmehl)
1 geh. TL Backpulver oder 1/4 Würfel frische Hefe
1/2 TL Curry (ich habe dieses verwendet)
Salz
1 EL Olivenöl
150ml Wasser
2 kleine Möhren (ca. 80 g)

Schnell-Variante:
// Die Mehlsorten mit Salz, Backpulver und Curry vermischen.
// Die Möhren fein raspeln und zusammen mit Olivenöl und Wasser zu dem Mehl geben. Gut verrühren bis der Teig gleichmäßig ist.
// Den Backofen auf 200° Ober-Unterhitze aufheizen. In der Zwischenzeit mit den Händen Brötchen oder längliche Brotstangen aus dem Teig formen und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech setzen.
// Für ca. 30 Minuten backen bis sie leicht zu bräunen anfangen. Herausnehmen, abkühlen lassen und dann am besten frisch gebacken genießen.

Hefe-Variante:
// Die Mehlsorten mit Salz, Backpulver und Curry vermischen.
// Die Hefe im Wasser unter Rühren auflösen (das Wasser sollte warm, aber nicht heiß sein!).
// Die Möhren fein raspeln und zusammen mit Olivenöl und Hefe-Wasser zu dem Mehl geben. Gut verrühren bis der Teig gleichmäßig ist und abgedeckt 1 Stunde gehen lassen.
// Den Backofen auf 200° Ober-Unterhitze aufheizen. In der Zwischenzeit mit den Händen (oder Löffel) Brötchen oder längliche Brotstangen aus dem Teig formen und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech setzen.
// Für ca. 30 Minuten backen bis sie leicht zu bräunen anfangen. Herausnehmen, abkühlen lassen und dann am besten frisch gebacken genießen.

Die Brötchen lassen sich auch sehr gut aufheben (oder einfrieren) und schmecken die nächsten Tage noch wunderbar, allerdings empfehle ich sie dann aufzubacken, dann sind sie knuspriger.

Lasst es euch schmecken!

Und wenn ihr mehr mit Kichererbsenmehl machen wollt, probiert unbedingt auch mal meine Gemüse-Quiche mit Kichererbsen-Grieß-Boden.

2 Comments

  1. Chrissie

    5. Juni 2017 at 12:26

    Habe sie (mit Buchweizen) gleich heute zum Brunch ausprobiert. Sehr leckere Abwechslung :)) Danke!

    1. info@joynatural.de

      7. Juni 2017 at 12:14

      Super, das freut mich!
      Lass es dir weiter schmecken 🙂

Leave a Reply